Turnverein Bergheim/Sieg

Übungsstunden Abteilung Ju-Jutsu

Ju-Jutsu Kids 8-12 J. (Groß)
Sa 12.30-14 h / Paul-Schürmann-Platz

Jugend ab 12 J. (Bendlow)
Mo 17.30-19 h / Paul-Schürmann-Platz

Jugend ab 12 J. (Bendlow)
Fr 17-19.15 h / Paul-Schürmann-Platz

Erwachsene (Groß)
Fr 19.15-22 h / Paul-Schürmann-Platz

Erwachsene (Dieball)
So 10-12 h / Paul-Schürmann-Platz

"Greif mich doch bitte mal an!"

Diese Bitte an den Trainingspartner hört man eher selten in Sportstätten und sie hört sich zugegebenermaßen auch ein wenig merkwürdig an. Dabei zeigt sie aber doch sehr deutlich die Geisteshaltung, mit der das ernsthafte Training der japanischen Budosportarten angegangen und vollzogen werden sollte.

Wie ihr Name schon verrät, wird bei den Kampfsportarten ein Sport trainiert, der den Übenden in die Lage versetzen soll, in einer möglichen Gefahrensituation besser abzuschneiden als eine untrainierte Person und sich bei einem Angriff effektiv selbst verteidigen zu können. 

Mit diesem Anliegen treten die meisten Menschen zu Recht einem Kampfsportverein bei. Dieses Ziel soll durch die Anwendung bestimmter Kampftechniken, die dem Übenden über viele Stunden bis Jahre von seinem Sensei (= Lehrmeister) vermittelt werden, realisiert werden. Im Training werden daher dynamische und kraftvolle Techniken geübt, die das Ziel haben einen Angreifer abzuwehren und auch unter Umständen schwer zu verletzen. So mag das Training auf der Matte auch in der Tat martialisch und brutal wirken, und die immer wieder erschallenden durchdringenden Kampfschreie der Übenden verstärken diesen Eindruck eindrucksvoll. 

Dieses Bild ist auch vollkommen zutreffend, schließlich sind die Menschen ja mit genau diesem Anliegen in die Trainingshalle gekommen, und der Trainer ist verpflichtet, das anzubieten, was draußen draufsteht, nämlich Kampfsport und Selbstverteidigung.

Auf der anderen Seite kann der aufmerksame Besucher während einer Trainingsstunde aber auch hochformale Abläufe und strenges Protokoll und Etikette beobachten, die auf den ersten Blick gar nichts mit den eigentlichen Techniken zu tun habe. Es gibt Regeln, wie man das Dojo ( = Trainingshalle) zu betreten hat, wie man sich auf der Matte bewegt, wie man sich gegenüber dem Sensei und den anderen Schülern verhält und und und. Diese Gesten und Abläufe sind meist nur sehr kurz und nicht sehr umfangreich, aber dennoch sind sie immer gegenwärtig. 

Außerdem fällt ein hohes Maß an gemeinschaftlichem und verantwortungsvollem Umgang unter den Budokas ( = Übende der Budosportarten) auf. Dafür, dass im Dojo eine Kampfsportart geübt wird, verläuft das Training doch sehr respektvoll. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich in allen ernsthaften Dojos wiederfinden und allein sein Vorhandensein ist Grund genug, sich einmal genauer mit dem Phänomen der Etikette in den Kampfsportarten zu befassen. 

Fabian Bendlow

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